Eine Tagung für alle:
Wissenschaft trifft Kunst

Neben künstlerischen Workshops wird es zum Abschluss des Labors eine Tagung auf Schloss Schleinitz geben. Erneut treffen sich das Kreative und das Wissenschaftliche rund um das Thema Insekt: mit führenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, international bekannten Künstlern und Künstlerinnen, echten und virtuellen Kunstwerken, Insekten-inspirierter Musik und Theater und unterhaltsamen Gesprächen und Diskussionen.

Samstag 30.11.19 von 14 - 22 Uhr im Schloss Schleinitz

Tagungsgebühr: 10€ / 6€ ermäßigt
zur Anmeldung

Tagungsprogramm

14:00 Uhr

Performative Eröffnung mit Rundgang

– mit vielen Einblicken in die Ergebnisse der Workshops, Insekten-Kunststücken von Prof. Dr. Busse und anderen Überraschungen

14:30 Uhr

Vortrag: Libellen, Evolution und Klimawandel

In diesem Vortrag wird der Faunenwandel im Ergebnis der Klimaerwärmung am konkreten Beispiel der Libellen der Stadt Chemnitz behandelt. Den Rahmen setzt dabei die Evolution dieser Insektengruppe über verschiedene Erdzeitalter und Klimaepochen. Im Speziellen werden Resilienzen aufgezeigt, welche die Libellen in den vergangenen 2,6 Millionen Jahren während der sich ständig abwechselnden Kalt- und Warmzeiten des Pleistozäns entwickelten. Zur Veranschaulichung dieser Vorgänge werden Bezüge zur Evolution von Homo sapiens, also zu unserer menschlichen Entwicklung gesetzt.

von Dr. Thomas Brockhaus

15:15 Uhr

Vortrag: Das Insekt im Film – nicht nur Rollen zum schwärmen

Fiktionale Narrative sind kulturwissenschaftlich betrachtet Seismografen der jeweiligen Kultur und Zeit; an ihnen lassen sich die Ängste und Hoffnungen, die Konflikte und Spannungen einer Kultur ablesen. Die Biene ist – kulturhistorisch betrachtet – eines der wenigen Insekten, dem überwiegend positive Eigenschaften zugeschrieben werden. Was bedeutet es nun, wenn in den letzten Jahrzehnten von Filmen wie Killerbienen: Die Natur schlägt zurück (Dir. Bruce Geller, 1976) über Der tödliche Schwarm (Dir. Irwin Allen, 1978) bis hin zur Episode „Hated in the Nation“ (2016) der Serie Black Mirror zunehmend auch böse Bienen die Leinwände und TV-Geräte bevölkern?

von Dr. Gunter Süß

15:45 Uhr

Kaffee, Kuchen, Wings & Legs

Wie ist es, ein Insekt zu sein? In seiner VR-Installation ermöglicht Richard Schut einen Einblick in die Seele eines Insekts und lässt die Zuschauer erfahren, wie man sich als winziges Wesen fühlt. In einer virtuellen Umgebung darf man seinen abenteuerlichen Weg suchen, und wenn nicht gut sehen kann, helfen einem die Gerüche. Kaffee und Kuchen stehen auch für alle bereit.

von Richard Schut

16:15 Uhr

Vortrag: (Mit) Insekten leben, lernen, kooperieren

Wie leben Insekten? Sind sie kleine Roboter, funktionieren sie ausschließlich mit Reflexen und Trieb, oder sind sie Individuen, die eigene Entscheidungen treffen? Haben sie soziale Bindungen und unterscheiden zwischen ich, wir und die anderen?

von Dr. Matthias Nuß

16:45 Uhr

Opus Sammelsummium – performativer Vortrag zu und mit Insekten in der abendländischen Kunstmusik

Seit Jahrhunderten summen, brummen und zirpen Insekten durch die Musik: von Josquin de Prez’ „El Grillo“ über Béla Bartóks „Tagebuch einer Fliege“ bis zu G. A. Mayrhofers Konzert für Insekten und Orchester, das die sterbenden Arten mittels Musik retten will. Ob das gelingen kann, wird der Vortrag nicht beantworten können.

von Dietrich Eichmann

17:30 Uhr

Podiumsdiskussion: Insekten als Abbildung unserer Gesellschaft

18:30 Uhr

Abendessen

19:30 Uhr

Performativer Vortrag: Insekten im Labanschen Diskurs

20:00 Uhr

Performance: Orthoptera Cruris Uniculi

Im Insektenhotel zur einbeinigen Heuschrecke gehen allerhand Sechsfüßler*innen ein und aus. Rezeptionshummel Erika hat alle Füße voll zu tun, um die divergierenden Ansprüche ihrer Gäste zu befriedigen. Warum möchte Mademoiselle G. unbedingt ins Zimmer 12? Wer hat das Fliegengitter unrechtmäßig entfernt? Und wer die letzte Brummkugel aufgegessen? - eine schräge theatrale Exkursion ins Reich unserer kriechenden und krauchenden Co-Kreaturen.

von Beate Furcht und Susanne Bolf

20:30 Uhr

Abschließende Worte

20:45 Uhr

Ungezwungener Austausch und Abschied

22:00 Uhr

Ende